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BEZEICHNUNG
       intro - Einführung in Systemaufrufe

BESCHREIBUNG
       Dieses Kapitel beschreibt Systemaufrufe unter Linux.

   Direkter Aufruf
       In den meisten Fällen ist es nicht nötig, direkt auf die Systemfunktionen
       zuzugreifen, aber ab und an stößt man an einen Punkt, an dem die Standard
       C Bibliothek keinen netten Systemaufrufe für Dich implementiert hat.

   Übersicht
       #include <linux/unistd.h>

       Das _syscall Makro erzeugt einen Systemaufruf.


   Einrichtung
       Eine wichtige Sache, die man über Systemaufrufe wissen sollte, ist sein
       Prototyp.  Man muß die Anzahl der Argumente, dessen Typen und den
       Rückgabewert kennen.  Es gibt sechs Makros, die den Aufruf in das System
       einfacher gestalten.  Sie haben die folgende Form:

              _syscallX(type,name,type1,arg1,type2,arg2,...)

                     wobei X, von 0-5, die Anzahl der Argumente ist, die der
                            Systemaufruf benötigt,

                     type der Rückgabewert des Systemaufrufs ist,

                     name der Name des Systemaufrufs ist,

                     typeN der Typ des Nten Arguments ist und

                     argN der Name des Nten Arguments ist.

       Diese Makros erzeugen eine Funktion name, mit den angegebenen Argumenten.
       Von der Stelle, an der das _syscall() Makro im Programmtext verwendet
       wird, kann der Systemaufruf mit name aufgerufen werden.


BEISPIEL
       #include <stdio.h>
       #include <linux/unistd.h>     /* für _syscallX Macros etc. */
       #include <linux/kernel.h>     /* für das struct sysinfo */

       _syscall1(int, sysinfo, struct sysinfo *, info);

       /* Beachte: Wenn direkt vom nroff Quellcode kopiert wird, müssen die
       zusätzlichen Backslashes in den printf-Anweisungen entfernt werden. */

       int main(void)
       {
            struct sysinfo s_info;
            int error;

            error = sysinfo(&s_info);
            printf("code error = %d\n", error);
               printf("Uptime = %ds\nLoad: 1 min %d / 5 min %d / 15 min %d\n"
                       "RAM: gesamt %d / frei %d / shared %d\n"
                       "Speicher in Puffern = %d\nSwap: gesamt %d / frei %d\n"
                       "Anzahl der Prozesse = %d\n",
                 s_info.uptime, s_info.loads[0],
                 s_info.loads[1], s_info.loads[2],
                 s_info.totalram, s_info.freeram,
                 s_info.sharedram, s_info.bufferram,
                 s_info.totalswap, s_info.freeswap,
                 s_info.procs);
            return(0);
       }

Beispielausgabe
       code error = 0
       uptime = 502034s
       Load: 1 min 13376 / 5 min 5504 / 15 min 1152
       RAM: gesamt 15343616 / frei 827392 / shared 8237056
       Speicher in Puffern = 5066752
       Swap: gesamt 27881472 / frei 24698880
       Anzahl der Prozesse = 40

ANMERKUNGEN
       Die _syscall() Makros erzeugen KEINEN Prototypen.  Diese müssen noch
       extra erzeugt werden, insbesondere, wenn mit C++ gearbeitet wird.

       Systemaufrufe müssen nicht zwingend nur positive oder negative
       Fehlerwerte zurückgeben.  Um sicher zu sein, welche Werte im Fehlerfall
       zurückgeben werden, muß der Quellcode gelesen werden.  Normalerweise ist
       das der negative Wert eines Standardfehlercodes, z.B.  -EPERM.  Die
       _syscall() Makros geben das Ergebnis von r des Systemaufrufs zurück, wenn
       r nicht negativ ist, oder -1 und setzen errno auf r, wenn r negativ ist.

       Einige Systemaufrufe, wie z.B.  mmap, benötigen mehr als fünf Argumente.
       Diese werden besonders behandelt.  Sie werden komplett auf den Stack
       gelegt und ein Zeiger auf diesen Block wird übergeben.

       Wenn ein Systemaufruf definiert wird, MÜSSEN die Argumente by-value oder
       by-pointer (z.B. für structs) durchgereicht werden.

DATEIEN
       /usr/include/linux/unistd.h

AUTOREN
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Linux 1.2.13                      22. Mai 1996                          INTRO(2)