ln

LN(1)                       Linux Anwenderhandbuch                       LN(1)



BEZEICHNUNG
       ln - (link) erzeugt einen Verzeichniseintrag einer existierenden Datei
       unter anderem Namen

SYNTAX
       ln [Optionen] Quelle [Ziel]

       ln [Optionen] Quelle ... Zielverzeichnis

BESCHREIBUNG
       Jede Datei wird bei ihrer Erzeugung mit ihrem Namen in ein Verzeichnis
       eingetragen. Dieser Eintrag enthält auÃerdem einen Verweis auf eine
       Inode, in der die Zugriffsrechte auf die Datei, der Dateityp und
       gegebenenfalls die Nummern der belegten Datenblöcke eingetragen sind.

       Mit dem ln Kommando wird ein neuer Eintrag in einem Verzeichnis
       angelegt, der auf die Inode einer existierenden Datei zeigt.  Diese Art
       Link wird als Hardlink bezeichnet. Weil die Zugriffsrechte auf die
       Datei in der Inode bestimmt werden, sind die Zugriffsrechte auf alle
       Links einer Datei gleich.

       Hardlinks können nur auf dem Datenträger angelegt werden, auf dem
       sich die Datei (und damit die Inode) selbst befindet. Um Links über
       die Dateisystemgrenzen hinweg anlegen zu können, bietet Linux die
       Möglichkeit symbolischer Links. In diesen Links ist der absolute Pfad
       gespeichert, auf dem die gelinkte Datei gefunden werden kann. Ein
       Zugriff auf diese Datei wird dann vom Betriebssystem automatisch auf
       die gelinkte Datei umgelenkt.

       Ist das letzte Argument des Aufrufs ein existierendes Verzeichnis, so
       werden alle als Quelle aufgelisteten Dateien mit entsprechenden Namen
       im Zielverzeichnis verbunden. Wird nur eine einzige Quelle benannt, so
       wird ein Link unter diesem Namen im aktuellen Verzeichnis angelegt.
       Normalerweise löscht ln keine existierenden Dateien. Es werden
       standardmäÃig ,,hardlinks'' angelegt. Links auf Verzeichnisse oder auf
       Dateien in anderen Dateisystemen können nur mit symbolischen Links
       realisiert werden.

       Gelegentlich verändert sich das Verhalten eines Programms, wenn es
       durch einen Link unter einem anderen Namen aufgerufen wird. (Das
       funktioniert natürlich nur, wenn diese Ãnderung im Programm vorgesehen
       ist.)

OPTIONEN
       -b     sichert Dateien, anstatt sie zu löschen (mit Option -f)

       -d     ermöglicht Hardlinks auf Verzeichnisse

       -f     löscht bestehende Dateien

       -i     fragt vor dem Löschen nach Bestätigung

       -s     macht symbolische Links anstelle von harten

       -v     gibt die Dateinamen auf den Bildschirm

       -S Endung
              setzt die Endung für die Sicherung von Dateien auf Endung.
              Standardwert ist ~. Die Endung kann auch mit der
              Umgebungsvariablen SIMPLE_BACKUP_SUFFIX bestimmt werden. Die
              Option -S hat Vorrang vor der Umgebungsvariablen.

       -V { numbered, existing, simple}
              bestimmt die Art der Sicherungskopien.  Die Art der Sicherung
              kann auch mit der Umgebungsvariablen VERSION_CONTROL bestimmt
              werden. Die Option -V hat auch hier die höhere Priorität. Die
              Optionen bedeuten hierbei:

       numbered
              macht immer nummerierte Backups

       existing
              macht nummerierte Backups nur für bereits nummerierte Dateien

       simple macht immer nur einfache Backups

SIEHE AUCH
       das LunetIX Linuxhandbuch

AUTOR
       Mike Parker und David MacKenzie




LunetIX                          1. Juli 1993                            LN(1)