time

TIME(2)                    Linux-Programmierhandbuch                   TIME(2)



BEZEICHNUNG
       time - Zeit in Sekunden abfragen

ÃBERSICHT
       #include <time.h>

       time_t time(time_t *tloc);

BESCHREIBUNG
       time() gibt die Zeit als Anzahl der Sekunden seit dem Beginn der
       Unixzeit am 1.1.1970, 00:00:00 +0000 (UTC) an.

       Falls tloc nicht NULL ist, wird der Rückgabewert auch im Speicher an
       der Stelle abgelegt, auf die tloc zeigt.

RÃCKGABEWERT
       Bei Erfolg wird die Zeit seit Beginn der Unixzeit in Sekunden
       zurückgegeben. Tritt ein Fehler auf, wird ((time_t) -1) zurückgegeben
       und errno entsprechend gesetzt.

FEHLER
       EFAULT tloc zeigt auÃerhalb Ihres verfügbaren Adressbereichs (siehe
              aber auch FEHLER).

              Auf Systemen, auf denen die C-Bibliothek-time()-Wrapper-Funktion
              eine von vdso(7) bereitgestellte Implementierung aufruft (so
              dass es keine Verbindung in den Kernel gibt), kann eine
              ungültige Adresse stattdessen ein SIGSEGV-Signal auslösen.

KONFORM ZU
       SVr4, 4.3BSD, C89, C99, POSIX.1-2001. POSIX legt keine
       Fehlerbedingungen fest.

ANMERKUNGEN
       POSIX.1 definiert die Sekunden seit Anfang der Unixzeit mittels einer
       Formel, die die Anzahl der Sekunden zwischen einem bestimmten Zeitpunkt
       und dem Anfang der »Unixzeit« abschätzt. Diese Formel
       berücksichtigt die Tatsache, dass alle durch vier ohne Rest teilbaren
       Jahre Schaltjahre sind. Alle durch 100 ohne Rest teilbaren Jahre sind
       keine Schaltjahre, es sei denn, sie sind gleichzeitig durch 400 ohne
       Rest teilbar, dann sind es wiederum Schaltjahre. Dieser Wert entspricht
       nicht der tatsächlichen Anzahl an Sekunden zwischen dem angegebenen
       Zeitpunkt und dem Anfang der »Unixzeit«, weil Schaltsekunden nicht
       berücksichtigt werden und es nicht erforderlich ist, dass Systemuhren
       mit einer Standardreferenz synchronisiert werden. Das Ziel dieser
       Festlegung ist eine konsistente Interpretation des Sekundenwertes seit
       Anfang der »Unixzeit«. Siehe auch POSIX.1-2008 Rationale A.4.15 für
       weitere Erläuterungen.

       Unter Linux kann ein Aufruf von time() nicht mit dem Fehler EOVERFLOW
       fehlschlagen, wenn tloc als NULL angegeben wurde, auch nicht auf ABIs,
       bei denen time_t eine vorzeichenbehaftete 32-Bit-Ganzzahl ist und die
       Zeiteinheiten nach dem Zeitpunkt 2**31 liegen (2038-01-19 03:14:08 UTC,
       Schaltsekunden werden ignoriert). (POSIX.1 erlaubt den Fehler EOVERFLOW
       im Fall, dass die Sekunden seit der Unixzeit nicht in time_t passen,
       erfordert ihn jedoch nicht.) Stattdessen ist das Verhalten unter Linux
       nicht definiert, wenn die Systemzeit auÃerhalt des Bereichs von time_t
       liegt. Anwendungen, die nach 2038 noch laufen sollen, sollten ABIs
       verwenden, bei denen time_t gröÃer als 32 Bit ist.

FEHLER
       Fehler, die von diesem Systemaufruf zurückgegeben werden, sind nicht
       von erfolgreichen Berichten, dass die Zeit ein paar Sekunden vor der
       Unixzeit liegt, zu unterscheiden. Daher kann die
       C-Bibliothek-Wrapper-Funktion errno nie als Ergebnis dieses Aufrufs
       setzen.

       Das Argument tloc ist veraltet und sollte in neuem Code immer NULL
       sein. Wenn tloc NULL ist, kann der Aufruf nicht fehlschlagen.

   Unterschiede C-Bibliothek/Kernel
       Auf einigen Architekturen wird eine Implementierung von time() in einem
       vdso(7) bereitgestellt.

SIEHE AUCH
       date(1), gettimeofday(2), ctime(3), ftime(3), time(7), vdso(7)

KOLOPHON
       Diese Seite ist Teil der Veröffentlichung 5.02 des Projekts
       Linux-man-pages. Eine Beschreibung des Projekts, Informationen, wie
       Fehler gemeldet werden können sowie die aktuelle Version dieser Seite
       finden sich unter https://www.kernel.org/doc/man-pages/.


ÃBERSETZUNG
       Die deutsche Ãbersetzung dieser Handbuchseite wurde von Michael Haardt
       <michael@moria.de>, Ralf Demmer <rdemmer@rdemmer.de>, Chris Leick
       <c.leick@vollbio.de> und Helge Kreutzmann <debian@helgefjell.de>
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Linux                         15. September 2017                       TIME(2)